Editorial - OUP 05/2025

Editorial

Sportorthopädie und Sporttraumatologie im
Kindes- und Jugendalter

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

körperliche Inaktivität und Übergewicht nehmen in unserer Gesellschaft auch unter Kindern und Jugendlichen zu. Dabei sind regelmäßiger Sport und Bewegung schon im Kindes- und Jugendalter mit vielen positiven Effekten auf deren körperliche und psychische Entwicklung verbunden. Durch regelmäßige sportliche Bewegung und Aktivitäten werden die körperliche Fitness, die Motorik, die schulisch-akademischen Leistungen, die Psyche und das Sozialverhalten ebenso wie gesundheitliche Risiken beispielsweise für Übergewicht sowie spätere Stoffwechsel- und Herz-Kreislauferkrankungen nachhaltig positiv beeinflusst.

Dabei ist es von gesamtgesellschaftlichem Interesse die sportlichen Aktivitäten bei Kindern und Jugendlichen auf allen Ebenen zu unterstützen und zu fördern. Um eine breite Akzeptanz und dauerhafte Grundlage für eine lebenslange sportliche Aktivität zu garantieren, sollen Sport und Bewegung Spaß machen und in einem sicheren Umfeld stattfinden.

Jedoch besteht in dieser Altersgruppe mitunter ein erhöhtes Verletzungsrisiko, verbunden mit nicht unerheblichen Kosten für das öffentliche Gesundheitssystem. Sport- und Freizeitverletzungen machen je nach Altersgruppe bis zu 25% aller Verletzungen aus und in den letzten 2 Jahrzehnten haben insbesondere die schweren Sportverletzungen wie beispielsweise die vorderen Kreuzbandverletzungen im Jugendalter deutlich zugenommen.

Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS.org) rief 2018 das „Komitee Kindersportorthopädie“ ins Leben, in dem spezielle sportorthopädische Aspekte und Fragestellungen im Kindes- und Jugendalter thematisiert und bearbeitet werden. Als Leiter dieses Komitees danke ich Lars von Engelhardt und Rüdiger Schmidt-Wiethoff für die Unterstützung, dieses besondere Themenheft zur „Sportorthopädie und Sporttraumatologie im Kindes- und Jugendalter“ zu gestalten. Ebenso danke ich meinen Komiteemitgliedern Holger Schmitt, Gregor Berrsche, Michael Cassel, Catharina Chiari, unserer VSOU-Kongresspräsidentin 2026, und Anja Hirschmüller für die Zusammenarbeit. Sie präsentieren mit ihren Mitautoren sehr interessante Beiträge zu typischen Verletzungen bei heranwachsenden Athletinnen und Athleten. Themen wie die Avulsionsfrakturen am Becken, die lumbale Spondylolyse, aber auch seltenere Pathologien, wie die Auswirkungen von Torsionsfehlern auf das Knie- und Hüftgelenk des jungen Sportlers sind hier aktuell aufgearbeitet. Spannend und ebenso relevant ist der Beitrag zur internationalen Initiative zur Erfassung der kindlichen Kreuzbandverletzung. Der Artikel zum funktionellen Kompartmentsyndrom bei Kindern und Jugendlichen ist als CME-Beitrag gestaltet.

Lars von Engelhardt und ich danken den Autorinnen und Autoren für die überaus wertvollen Beiträge und wünschen Ihnen bei der Lektüre viel Freude und Anregungen für Ihre Arbeit mit den jungen Sportlerinnen und Sportlern.

 

Ihr

Christian Nührenbörger

Dr. med. Christian Nührenbörger

Clinique du Sport – Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL), Luxembourg Olympic Medical Center, Luxembourg Institute of Research in Orthopedics, Sports Medicine and Science (LIROMS), Luxembourg

Prof. Dr. med.
Lars Victor von Engelhardt

Klinik für Unfallchirurgie,
Orthopädie und Sportmedizin am Klinikum Peine &

Universität Witten/Herdecke

Hauptschriftleiter OUP

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