Editorial - OUP 05/2026
Editorial
Rehabilitation und funktionelle Nachbehandlung
Die Orthopädie und Unfallchirurgie hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte erzielt. Diese ermöglichen heute die erfolgreiche Behandlung selbst komplexer Erkrankungen und Verletzungen. Den langfristigen Behandlungserfolg bestimmt jedoch nicht allein die Operation. Erst eine strukturierte Rehabilitation und eine konsequent am funktionellen Outcome orientierte Nachbehandlung schaffen die Voraussetzungen für dauerhafte Schmerzfreiheit, Mobilität und Lebensqualität.
Mit dem Wandel unseres Fachgebietes haben sich auch die Therapieziele verändert. Neben einer komplikationsfreien Heilung stehen heute die Rückkehr in Alltag, Beruf und Sport sowie die langfristige gesellschaftliche Teilhabe im Mittelpunkt. Objektive Messverfahren, standardisierte Outcome-Parameter und digitale Verlaufsinstrumente ermöglichen eine differenzierte Bewertung des Behandlungserfolgs und eine individuelle Steuerung rehabilitativer Maßnahmen.
Rehabilitation ist die Brücke zwischen operativer oder konservativer Therapie und der nachhaltigen Wiederherstellung von Funktion. Moderne Konzepte verbinden medizinische, physiotherapeutische und trainingstherapeutische Maßnahmen zu einem integrativen Ansatz. Innovative konservative Verfahren und digitale Technologien erweitern dabei die Möglichkeiten einer patientenzentrierten Versorgung.
Das vorliegende Themenheft beleuchtet diese Entwicklungen aus wissenschaftlicher und klinischer Perspektive. Die Beiträge reichen von funktionellen Analysen über aktuelle Entwicklungen in der Endoprothetik bis hin zu konservativen Therapieansätzen und digitalen Konzepten der Nachsorge.
Von Engelhardt beschreibt den Paradigmenwechsel in der Hüft- und Knieendoprothetik und die Rückkehr zum Sport und hoher körperlicher Aktivität als realistisches Therapieziel. Schmidt et al. stellen den ICUC-Score als praxisnahes Instrument der digitalen Verlaufsbeurteilung vor. Seeger et al. präsentieren die Ergebnisse einer multizentrischen randomisierten Studie zur nächtlichen intermittierenden Traktionsbetttherapie bei degenerativen Erkrankungen der Lendenwirbelsäule. Maier et al. fassen die Evidenz zur Moor- und Heiltorftherapie bei Arthrose zusammen. Der CME-Artikel befasst sich mit dem Einfluss verschiedener operativer Zugangswege auf das postoperative Gangbild nach Hüfttotalendoprothesenimplantation und deren Bedeutung für die Rehabilitation, die Seeger et al. in einer Studie untersuchten.
Die Beiträge verdeutlichen, dass erfolgreiche Behandlungen heute nur im Zusammenspiel von präziser Diagnostik, evidenzbasierter Therapie, strukturierter Rehabilitation und wissenschaftlich fundierter Nachsorge gelingt. Sie zeigen zugleich die enge Verzahnung operativer Innovationen und rehabilitativer Konzepte.
Unser Dank gilt allen Autorinnen und Autoren für ihr großes Engagement sowie ihre wissenschaftliche und klinische Expertise. Mit ihren Beiträgen ist ein Themenheft entstanden, das aktuelle Entwicklungen unseres Fachgebietes zusammenfasst und praxisrelevante Impulse vermittelt.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und hoffen, dass Ihnen die Beiträge neue Perspektiven für Ihre tägliche klinische Arbeit eröffnen.
Mit kollegialen Grüßen,
Jörn Bengt Seeger und Lars Victor von Engelhardt
Prof. Dr. med. habil. Jörn Bengt Seeger
Kurpark Klinik Bad Nauheim
Prof. Dr. med.
Lars Victor von Engelhardt
Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin am Klinikum Peine &
Universität Witten/Herdecke
Hauptschriftleiter OUP
Artikelinformation
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