Medien - OUP 03/2019

Arthrose

In Deutschland wird zu viel operiert! Dieser Vorwurf steht im Raum, wenn über die Behandlung der Arthrose im Zusammenhang mit Arthroskopien und Gelenkersatzoperationen gesprochen wird. Der Patient möchte aber gern die nicht-operativen Möglichkeiten erfahren und für sich ausnutzen.

Dr. Carsten Lekutat hat sich der Aufgabe gestellt, konservative
Behandlungsmaßnahmen in ihrem gesamten Spektrum anschaulich für die betroffenen Patienten darzustellen. Er selber ist kein Operateur, sondern Allgemein- und Sportarzt und leitet das Berliner HIT-Hausarztzentrum in Tegel. Seit längerer Zeit ist er in den Medien präsent, so moderiert er als Fernseh-Arzt seit 2015 das
Gesundheitsmagazin „Hauptsache
gesund“ im MDR-Fernsehen. Er ist auch im TV-Programm der Deutschen Welle mit „Fit und gesund“ sowie in der englischsprachigen Ausgabe „In Good Shape“ zu sehen. Er hat schon mehrere Bücher zu medizinischen Themen verfasst.

Der Ansatzpunkt des Buchs ist, dem Patienten durch selbständige Maßnahmen zu einer Verbesserung in seinen Arthroseschmerzen zu verhelfen. Im Eingangskapitel stellt der Autor seine eigene entsprechende Krankheitsgeschichte dar, in der er durch Übungen seine Gelenkschmerzen erheblich verbessern konnte. Danach werden gleich als praktische Zielprojektion 10 Schritte aufgelistet, die zur Schmerzfreiheit führen können.

Sehr ausführlich beschreibt der Autor die diagnostischen Maßnahmen, die den Schweregrad der
Arthrose erkennen lassen sowie die orthopädische Untersuchung, das Röntgen, den Ultraschall, das CT und das MRT. Immer wieder gibt er den Patienten Tipps, mit denen Betroffene durch eigenes Hinterfragen die Art der Schmerzen charakterisieren können, um diese dann dem Arzt zielgerichteter zu präsentieren. Es wird auch anhand eines Röntgenbilds und der Pathologie das Wesen der Arthrose erklärt. Die wichtigsten von der
Arthrose betroffenen Gelenke des Körpers werden in Schema-Zeichnungen dargestellt.

In einem großen Kapitel werden die einzelnen klassischen Therapieformen erörtert, wie Medikamente, Hyaluronsäurespritzen, manuelle Therapie, Stoßwellen, Naturheilkunde und Nahrungsergänzungsmittel. Auch werden die Möglichkeiten von Gelenkerhaltenden Operationen
erläutert, z.B. die Umstellungsosteotomie, Kritisch werden die üblichen Medikamente von NSAR bis Cortison mit ihren Nebenwirkungen erklärt.

Kurz, aber im Zusammenhang erschöpfend, werden die Prothesenimplantate bei Knie-, Hüft- und Schultergelenken schematisch dargestellt. Ein großes Kapitel widmet sich der Eigeninitiative, um die Arthroseschmerzen zu lindern, so natürlich in erster Linie die heilende Kraft der Bewegung, dann der Einfluss der
Ernährung und die physikalische Therapie, auch wird auf die Sturzprophylaxe hingewiesen. Mit farbigen Abbildungen wird das Prinzip des
Tapens an allen Gelenken gezeigt.

Anschließend finden sich 100 Übungen für schmerzfreie Knochen und Gelenke, bei denen praktisch alle relevanten Gelenke des Körpers mit sehr schönen farbigen Übungsbeispielen aufgelistet werden.

Als Abschluss des Buches findet sich ein ausführliches Stichwortverzeichnis.

Zusammengefasst ist es dem Autor gelungen, in dem schönen Werk auf 192 Seiten die möglichen Aspekte der konservativen Arthrosetherapie für die Zielgruppe der betroffenen Patienten, anschaulich und mit einer sehr verständlichen Sprache zu beschreiben.

Man nimmt das Buch gern in die Hand, wahrscheinlich ist es auch eine gute Informationsquelle für den operativ tätigen Orthopäden und Unfallchirurgen, der sich selber über die
alternativen Behandlungsmethoden neben der Endoprothetik informieren möchte, um so den Patienten umfassend beraten zu können.

Burkhard Mai, Kassel

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