Editorial - OUP 02/2015

Verbesserte Diagnostik und Therapie der Hüfte

Die Diagnostik und auch die Behandlung orthopädischer Hüftprobleme hat in den letzten Jahren sicherlich umfangreiche verbessernde Neuerungen erfahren; das hier vorliegende Themenheft soll dieser erfreulichen Entwicklung Rechnung tragen und hierzu ein aussagekräftiges Update liefern.

Sehr dankbar bin ich hier engen Freunden und Mitarbeitern aus meiner beruflich aktiven Uracher Zeit (6 der 8 Beiträge stammen im Übrigen aus der Feder von ASG-Fellows, 5 aus der Feder ehemaliger Präsidenten der VSOU), die sich neben ihren umfangreichen täglichen Anforderungen die Zeit genommen haben, ihre hohe Kompetenz in Worte zu fassen, um so zum Gelingen dieses „Hüfthefts“ beizutragen.

Zunächst vermittelt uns Reinhard Graf, mittlerweile einer der großen Nestoren der österreichischen Orthopädie, einen anschaulichen Überblick über den aktuellen Stand der diagnostischen Hüftsonografie. Vor mehr als 3 Jahrzehnten hat er die Diagnostik der frühkindlichen Hüftpathologie mit dieser Methode revolutioniert und sich so einen unschätzbaren Verdienst bei der Prävention dysplastischer Spätveränderungen des Hüftgelenks erworben.

Mein hoch geschätzter langjähriger Kollege und Konhabilitant aus Homburger Zeiten, Bernd-Dietrich Katthagen, zuletzt Chefarzt in der Dortmunder Klinik, die ja über eine sehr große Erfahrung mit korrigierenden dreidimensionalen Beckenosteotomien verfügt, vermittelt uns die Indikationen und die Operationstechnik dieses operativen Verfahrens, das sich auf seinen Vorgänger Tönnis begründet.

Der wichtige Beitrag von Prof. Heiko Reichel und seinen Mitarbeitern aus der orthopädischen Universitätsklinik in Ulm beschäftigt sich mit dem Stellenwert der hüftnahen Femurosteotomie im Kindes- und Erwachsenenalter, das heute allerdings im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts weniger häufig indiziert wird, sicherlich aufgrund eines deutlich verbesserten diagnostischen Vorgehens in der Säuglingszeit.

Mein Freund Axel Schulz, niedergelassener Orthopäde aus Lüdenscheid, dokumentiert die Wertigkeit entzündungshemmender und chondroprotektiver Injektionen im Falle degenerativer Krankheitsbilder im Bereich des Hüftgelenks.

Florian Bopp, Chefarzt einer renommierten unfallchirurgischen und orthopädischen Abteilung in Baden-Württemberg mit großer Erfahrung mit minimalinvasiven Hüftzugangswegen zum alloplastischen Ersatz, fasst die Techniken und Vorteile dieser aktuell nicht mehr wegzudenkenden Operationstechnik zusammen. An dieser Stelle möchte ich mich für die jahrelange harmonische und vertrauensvolle kollegiale Zusammenarbeit mit ihm während meiner Zeit als orthopädischer Chefarzt in Bad Urach bedanken.

Meinem über den fachlichen Bereich weit hinausgehenden Intimus und „best friend“ Jörg Jerosch aus Neuss bin ich besonders verbunden, dankbar für sein stets offenes Ohr und seine immer gewährte wissenschaftliche und freundschaftliche Unterstützung während mehr als 20 Jahren. Immer war und ist er zur Stelle, wenn es darum geht, seine große Erfahrung beim alloplastischen Ersatz des Hüftgelenks weiterzugeben. In 2 Artikeln über radiologische Veränderungen nach Kurzschaft-Alloplastik und über den oft schwierig zu differenzierenden postoperativen Hüftschmerz nach TEP geht er auf aktuell diskutierte Fragen ein.

Es folgt noch ein kurzer Bericht aus meiner Feder über die technische Weiterentwicklung einer Hüftorthese der Firma Teufel aus Wangen, die einen wesentlichen Beitrag liefert in der funktionellen Behandlung des postoperativ instabilen Hüftgelenks.

Nun viel Spaß beim Lesen und nachhaltigen Erkenntnisgewinn, nochmals ein großes Dankeschön an die Autoren und natürlich auch an das geschätzte „Dreamteam“ des Deutschen Ärzte-Verlags in Köln für die kompetente Unterstützung bei der Umsetzung dieses Hefts.

 

Prof. Dr. med. Jürgen Heisel

SEITE: 1