Übersichtsarbeiten - OUP 03/2026
Patellofemorale InstabilitätEntscheidung für eine konservative Therapie, für eine MPFL-Plastik und für eine knöcherne Korrektur
Eine varisierende, distale Femurosteotomie oder hohe tibiale Osteotomie kann bei Genu valgum die mechanische Beinachse medialisieren, die lateralisierenden Kräfte auf die Patella reduzieren und die klinische Instabilität verbessern [58]. Zudem reduziert sich der TT-TG pro 1° Varisierung bei einer medial schließenden distalen Femurosteotomie um 1,05 mm [59].
Neben dem koronaren Alignment rücken Torsionsfehlstellungen zunehmend in den Fokus im Bereich der Behandlung der patellofemoralen Instabilität. Durch moderne CT- oder MRT-basierte Verfahren ist eine präzise Bestimmung der femoralen und tibialen Torsion ohne hohe Strahlenbelastung möglich. Einheitliche Grenzwerte existieren aufgrund unterschiedlicher Messmethoden jedoch nicht. Die Autoren favorisieren hierbei eine Messung mittels CT und die Messmethode nach Waidelich et al. [60]. Zur Bestimmung der femoralen Anteversion wird der Winkel zwischen der proximalen Achse, die das Zentrum des Femurkopfes mit dem Zentrum einer Ellipse um das Trochantermassiv verbindet und der distalen posterioren Femurkondylenachse bestimmt. Als pathologisch und Indikation für eine femorale Derotationsosteotomie werden, bei entsprechender Klinik, dabei Werte ab > 30° angesehen [60].
Um die tibiale Außentorsion zu bestimmen, wird der Winkel zwischen der Linie am posterioren Tibiaplateau und der distalen Achse (Mittelpunkt der Malleolenbasis) gemessen. Als Grenzwert für eine tibiale Derotationsosteotomie wird häufig eine tibiale Außentorsion von > 40° und entsprechender Klinik verwendet [60].
Fazit für die Praxis
Eine Erstluxation der Patella sollte nicht pauschal konservativ behandelt werden . Vielmehr erfordert es eine strukturierte klinische und radiologische Risikostratifizierung für erneute Luxationsereignisse.
(Osteo-)chondrale Frakturen im patellofemoralen Kontaktbereich sollten, wenn technisch möglich, refixiert werden.
Die MPFL-Rekonstruktion ist der MPFL-Naht zu bevorzugen.
Bei ausgeprägten Torsionsfehlern oder einem knöchernen Valgus größer 3–5° können Osteotomien in die Therapieplanung einbezogen werden.
Eine lateralisierte Tuberositas tibiae, eine Patella alta (CDI > 1,2) oder eine hochgradige Trochleadysplasie erfordern zusätzliche knöcherne Korrekturen.
Erklärung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz
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Interessenkonflikte:
Keine angegeben.
Das Literaturverzeichnis zu
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Korrespondenzadresse
Jun.-Prof. Dr. med. Thomas R. Pfeiffer
Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie
und Sporttraumatologie der Kliniken
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